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Archiv für die Kategorie ‘Musik’

MR.bee live beim Kieswerk Open Air

3. August 2010 admin Keine Kommentare

Am Mittwoch den 04.08. live beim Kieswerk Open Air ab ca. 19 Uhr mit Coverversionen von Katie Melua, Billy Joel, Jack Johnson, The Eagles, Robbie Williams und andern. Im Anschluss Filmvorfuehrung auf Grossleinwand “Mit dir an meiner Seite”. Weitere Infos unter http://www.kieswerk-open-air.de/ und http://mrbee.johannes-asal.de/.

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Rezension: Neue Jazz-Harmonielehre (Frank Sikora)

25. Oktober 2009 admin Keine Kommentare

“Warum (noch) eine Harmonielehre?” fragt Frank Sikora in der Einleitung zu seinem Buch zu Recht. Eine Vielzahl von Büchern beschäftigt sich bereits ausführlich mit diesem Thema, und der interessierte Musiker mag der Meinung sein, dass sämtliche offenen Fragen in der bisherigen Literatur zufriedenstellend beantwortet werden. Leider deckt jedoch die intensive Beschäftigung mit Jazz, Improvisation und der Komposition im Allgemeinen Lücken im persönlichen Bild der Harmonielehre auf, die mit den üblichen Regeln und Tabellen, die viele Autoren offenbar als äußerst informativ und nachvollziehbar erachten, nicht gefüllt werden können. Ebenso fehlt in so gut wie allen Büchern ein adäquater Bezug zur musikalischen Praxis, der eigentlich im Mittelpunkt einer guten Harmonielehre stehen sollte. Was nützt das beste theoretische Wissen, wenn dieses nicht am Instrument oder Notenpapier umgesetzt werden kann?

Nach einem ersten Überfliegen des Buches steht fest: Dies ist nicht die durchschnittliche, anfängerkompatible Abhandlung über Harmonielehre. Hier werden auf den ersten 150 Seiten schon Themen behandelt, die in anderen Büchern nicht einmal im Anhang angesprochen werden. Wer nun glaubt, dass Sikora dafür weniger ins Detail geht als andere Autoren, der irrt: Jede noch so scheinbar unbedeutende Kleinigkeit wird genau erklärt und hervorragend motiviert. Selbst erfahrene Musiker werden erst beim Lesen dieses Buches verstehen, dass sie ganze Teilbereiche der Harmonielehre bisher schlichtweg nicht kannten.

Die Zielgruppe dieses Buches sind tatsächlich nur gut vorgebildete Musiker – Anfänger werden bereits nach den ersten 20 Seiten kapitulieren. Sikora macht es mit seinem hervorragenden Schreibstil und seinem zweifelsohne hervorragenden pädagogischen Talent dem interessierten Leser jedoch leicht, seinen Ausführungen zu folgen. Zahlreiche qualitativ hochwertige Notenbeispiele helfen, die harmonischen Zusammenhänge zu erfassen und zu verstehen.

Auf den ersten 40 Seiten werden die Grundlagen wie Tonsystem, Obertonreihe, Intervalle, Quintenzirkel und die Akkordsymbolschrift wiederholt. Weiter geht es mit detaillierten Ausführungen zu Modalität, Dur-Diatonik, Kadenzen, Skalen und ihre Beziehung zur Akkordsymbolik bis hin zu Modaler Harmonik und Modal Interchange. Bemerkenswert sind auch die mehr kompositorisch motivierten Kapitel zum musikalischen Motiv, Melodiebogen und harmonischen sowie melodischen Rhythmus.

Die verbleibenden 200 Seiten des Buches sind den Themen “Hören” und “Spielen” gewidmet und versuchen – soweit das mit einem Buch möglich ist – eine Beziehung zwischen dem inneren Ohr und dem Instrument herzustellen und sind nicht nur für Pianisten interessant. Auch das Kapitel zur Transkription ist hervorragend geschrieben und so ausführlich, dass keine Fragen offen bleiben dürften. Wer genug Eigenmotivation mitbringt, den werden Sikoras Ausführungen sicherlich einen großen Schritt weiterbringen.

Die Neue Jazz-Harmonielehre ist ein bemerkenswertes Buch – meines Erachtens sogar die beste Wahl zu diesem Thema – und sollte in keinem Bücherregal fehlen. Erfreulich ist auch der geringe Preis des Buches, das kaum mehr kostet als beispielsweise der hochgelobte Haunschild, der auf 150 Seiten jedoch sehr viele wichtige Themen auslässt und meiner Meinung nach vergleichsweise schlecht motiviert ist.

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Liliypond: TeX für Noten

5. Februar 2009 admin Keine Kommentare

Das Satzsystem TeX / LaTeX erfreut sich insbesondere im akademischen Umfeld großer Beliebtheit, da es eine Trennung von Inhalt und Formatierung erlaubt, wie sie mit Textverarbeitungsprogrammen nicht möglich ist. Seit geraumer Zeit existiert ein System, das vergleichbare Funktionalität für den Notensatz anbietet. Der Benutzer verfasst dazu eine Textdatei, die die zu setzenden Noten in Form einer Art Markup Language beschreibt. Lilypond erstellt daraus direkt den fertigen Satz.

Im direkten Vergleich mit den kommerziellen Notensatzprogrammen Finale und Sibelius muss sich Lilyponds Satz nicht verstecken. Im Gegenteil, das Ergebnis der kostenfreien Lösung wirkt eher wie von einem professionellen Notensetzer erstellt als das von Sibelius. Finale bildet hier das Schlusslicht. Seine Resultate wirken sehr künstlich und unnatürlich.

Den großen Funktionsumfang eines Finale kann Lilypond im Hinblick auf den Notensatz nicht erreichen (zumindest ist dieser nicht leicht zugänglich). Es liegt in etwa auf einer Höhe mit Sibelius. Spezielle Notationen wie feathered beams o.Ä. können zwar über Umwege bewerkstelligt werden, richtig integriert scheint die Funktionalität aber weder in Sibelius noch in Lilypond.

Der größte Nachteil von Lilypond ist die fehlende Möglichkeit zur akustischen Wiedergabe. Dies behindert den kompositorischen Prozess erheblich. Das mag weniger problematisch sein, wenn bereits fertiggestellte, handschriftliche Partituren gesetzt werden müssen, ist aber ein gravierender Nachteil für den explorativen Komponisten.

Während bei TeX das Fehlen einer WYSIWYG Ansicht als Vorteil geschätzt wird, ist es für den Notensetzer eher eine Behinderung. Eine Trennung von Inhalt und Formatierung ist in der Notenschrift nicht einfach, da sie in vielen Fällen unmittelbar zusammenhängen.

Lilypond ist durchaus in die engere Auswahl einzubeziehen, wenn eine günstige und qualitativ hochwertige Notensatzlösung benötigt wird. Aufgrund der fehlenden Flexibilität und der mangelnden Unterstützung explorativer oder feedbackbasierender Kompositions- und Satztechniken ist das Einsatzgebiet jedoch sehr eingeschränkt.

Als hilfreich hat sich allerdings die Integration von Lilypond in LaTeX erwiesen (Stichwort lilypond-book), die es ermöglicht, direkt Lilypond Codefragmente in LaTeX Dokumenten zu verwenden. Insbesondere für das Verfassen musikwissenschaftlicher und -theoretischer Dokumente oder Lehrmaterialien ist diese Kombination den bisherigen Vorgehensweisen (Satz in Sibelius oder Finale, Kopieren der Grafik, Einfügen im Textverarbeitungs- oder DTP-Programm) weit überlegen.

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